Handel gerecht gestalten
Die Interessen und Bedürfnisse der Entwicklungsländer sollen im Mittelpunkt stehen - so heißt es in der Präambel des 2001 in Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar, beschlossenen Mandats für die Verhandlungen zur weiteren Liberalisierung des Welthandels, der sogenannten Doha-Entwicklungsrunde. Allerdings entspricht bereits das Arbeitsprogramm des Doha-Mandats dieser Anforderung nicht. Nachdem die Ministerkonferenz 2003 im mexikanischen Cancún am Widerstand der Entwicklungsländer gegen die Agenda der reichen Staaten scheiterte und auch 2005 bei der Ministerkonferenz in Hongkong kein Durchbruch gelang, erscheint ein Abschluss der Verhandlungen auch weiterhin nicht absehbar. Die Interessen der Entwicklungsländer geraten derweil zunehmend ins Hintertreffen.
Neben der WTO regeln bilaterale und regionale Abkommen den Welthandel. Die Europäische Union setzt mit ihrer Außenhandelsstrategie "Global Europe" verstärkt auf die bilaterale Verhandlungsebene. Besonders umstritten sind die EPAs, die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit den AKP-Ländern.
Ein gerechter Welthandel ist einer der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Handel eröffnet Chancen für Entwicklung und Armutsbekämpfung - oder aber er verwehrt sie. Ein Beispiel ist der Export von künstlich verbilligten Hähnchen aus der EU nach Afrika.
Handelsregeln, die der Armutsbekämpfung, der Verwirklichung der Menschenrechte und dem Umweltschutz dienen, sind ein zentrales Anliegen des EED. Der EED fördert Partnerorganisationen im Süden, unterstützt entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Norden, fördert den Fairen Handel und setzt sich selbst für gerechten Welthandel ein.


