Mosambik
Die Wirtschaft wächst, die Armut bleibt
Mosambik hat sich nach dem Human Development Report 2005 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) leicht verbessert, jedoch macht Rang 168 unter 177 Ländern weiterhin das große Ausmaß der Armut seiner Bevölkerung deutlich.
Die Hälfte der mosambikanischen Bevölkerung lebt in absoluter Armut und leidet an chronischer Mangel- und Unterernährung. Die Müttersterblichkeit ist mehr als 30mal höher als in Europa und jedes fünfte Kind erlebt nicht das Alter von fünf Jahren. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Die Wurzeln der Krise reichen in die Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft und in die Zeit des Krieges hinein, der das Land dreißig Jahre lang im Griff hielt. Zuerst ging es um die Unabhängigkeit (1964 -1974), danach überzogen Rhodesien (das heutige Simbabwe) und Südafrika das Land mit einem Destabilisierungskrieg (1975-1992). Die Spuren sind immer noch in zerstörter Infrastruktur und Millionen von Minen, aber auch in zerstörten Dorfstrukturen und Sozialsystemen zu finden. Auch die Misswirtschaft des sozialistischen Regimes nach der Unabhängigkeit 1975 und die seit 1994 verstärkte Einbindung Mosambiks in die globalisierte Weltwirtschaft trugen ihren Teil zur Misere des Landes bei.
Wegen des relativ stabilen Friedens und positiver volkswirtschaftlicher Daten gilt Mosambiks Entwicklung als beispielhaft. Die Erfolgszahlen verschleiern jedoch, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum (2003: 7 Prozent) sich auf wenige Regionen des Landes konzentriert und auch hier auf wenige Großbetriebe. Zudem kommt das Wachstum bei weitem nicht der gesamten Bevölkerung zugute und verstärkt die bestehenden sozialen Gegensätze. Wie in vielen anderen Ländern hat die Strukturanpassungspolitik in Mosambik zu wachsender Arbeitslosigkeit, Reduzierung staatlicher Dienstleistungen und sozialer Marginalisierung geführt.
Diese Probleme bestimmen die Zielsetzungen der Arbeit des EED in Mosambik:
- Armutsbekämpfung
- Sicherung nachhaltiger ländlicher und städtischer Entwicklung
- Stärkung der Zivilgesellschaft / Demokratieförderung
- Nachhaltigkeit, Partizipation, Geschlechtergerechtigkeit und HIV/AIDS-Bekämpfung als Querschnittsthemen
Unter der Zielsetzung der Sicherung nachhaltiger ländlicher und städtischer Entwicklung wird die Entwicklung lokaler Gemeinwesen der direkten Armutsbekämpfung an der Basis gefördert. Da 70 Prozent der mosambikanischen Bevölkerung auf dem Land leben und die Situation dort im Allgemeinen noch schwieriger als in der Stadt ist, wird der Schwerpunkt auf Projekte der ländlichen Entwicklung gelegt.
Die Zielsetzung der Stärkung der Zivilgesellschaft und Demokratieförderung folgt aus der Notwendigkeit, dass Mosambik eine starke und aktive Zivilgesellschaft braucht, als wichtigem Element für eine funktionierende Demokratie. Zur Zivilgesellschaft zählen neben den Nichtregierungsorganisationen (NRO) auch Vereine, Interessen- und Selbsthilfegruppen, Kirchen und religiöse Vereinigungen, endogene (traditionelle) Führer, Stiftungen sowie soziale Bewegungen, die nicht zur Regierung oder einer politischen Partei gehören, und die kein Gewinnziel haben.
Derzeit fördert der EED in Mosambik 13 Organisationen durch finanzielle Zuwendungen und weitere zwei durch Personalvermittlungen. Im Jahr 2005 wurden 2,83 Millionen Euro (zu 97,5 Prozent aus Bundesmitteln) für sieben Projekte bewilligt, für eine Projektlaufzeit von im Normalfall drei Jahren.
Stand: Mai 2006

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Last Update: 17.11.2006 12:12:17 |
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