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Aktuelles

Nigeria vor Eskalation des Konflikts
(Bonn / Abuja, 13.01.2012) Die anhaltenden Gewaltausbrüche in Nigeria führen zu einer Destabilisierung des politischen Systems im Land. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) warnte in Bonn vor einer Instrumentalisierung der Religionen im Konflikt und rief alle Parteien zu strikter Gewaltenthaltung auf. "Die sich vermengenden sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Konflikte müssen auf Basis der Menschenrechte und der Demokratie im Land gelöst werden", so Katja Hansen, Nigeria-Referentin im EED.
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Gewaltsame Landkonflikte fordern in Nigeria weitere Opfer
(Genf / Abuja, 02.01.2012) Nigeria ist zum Jahreswechsel erneut von Unruhen erschüttert worden. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen im Osten des Landes wurden mindestens 50 Menschen getötet. Die Auseinandersetzungen haben ihre Ursache in Landkonflikten und hängen nicht mit der islamistischen Gruppe "Boko Haram" zusammen.
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Homosexualität im Widerstreit
(Bonn, 29.12.2011) Die Afrikareferate des EED haben sich am 5. Dezember 2011 mit der unterschiedlichen Bewertung von Homosexualität durch europäische und afrikanische Kirchen beschäftigt. „Es geht darum, dass der EED die Position seiner afrikanischen Partner ernst nimmt und diskussionsfähig ist“, fasste Karin Döhne die Absicht des Studientags zusammen. Werner Kahl, Studienleiter an der Missionsakademie Hamburg, stellte theologische Interpretationsmuster vor und warb für kultursensible Antworten.
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Mehr Demokratie wagen
(Freetown, 02.12.2011) Bei ihrem jährlichen Treffen fordern EED-Partnerorganisationen und andere Partner des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) aus Sierra Leone und Liberia mehr Engagement für die Demokratisierung beider Länder. Zudem verpflichteten sie sich zu unparteiischer Haltung in Bezug auf die abgeschlossenen Wahlen in Liberia und die kommenden in Sierra Leone.
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Deutschland muss bei Klimagipfel Führungsrolle übernehmen
(Durban, 02.12.2011) Der Evangelische Entwicklungsdienst verlangt eine klare Führungsrolle Deutschlands beim Weltklimagipfel in Durban. "Bislang verlaufen die Verhandlungen zäh", sagte EED-Klimaexperte Richard Brand dem epd zur Halbzeit der zweiwöchigen UN-Konferenz. Deshalb müsse Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), der Anfang kommender Woche nach Durban reist, Signale setzen.
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Weitere Meldungen

Sierra Leone


Ausbildung, Alphabetisierung und Reintegration nach dem Krieg

Sierra Leone liegt an der Westküste Afrikas und ist im Norden und Osten von Guinea umgeben. Im Süden grenzt es an Liberia. Das Land hat ca. 4,8 Millionen Einwohner und ist ungefähr so groß wie Bayern.
Sierra Leone war britische Kolonie und wurde 1961 unabhängig. Bis 1991 erlebte es unter der politischen Führung von Nachkommen freigelassener Sklaven (Kreolen) eine turbulente Entwicklung mit mehreren Staatstreichen und Ausnahmezuständen. Zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam es dabei nicht.
1991 begann ein zehn Jahre dauernder Bürgerkrieg, der als Kampf der unterprivilegierten "Ureinwohner" gegen die von Kreolen dominierte Regierung begann. Während dieser Zeit wurden mehrere 10.000 Menschen getötet und vorsätzlich verstümmelt. Mit Unterstützung der Vereinten Nationen gelang es, die Rebellen zu entwaffnen. Ein Großteil der Bevölkerung konnte in die Heimatdörfer zurückkehren.
Trotz der verbesserten Rahmenbedingungen belegt Sierra Leone nach wie vor den letzten Platz auf der UN-Rangliste für menschliche Entwicklung. Damit gehört es zu den ärmsten Ländern unseres Planeten.

In Sierra Leone fördert der EED Projekte in folgenden Bereichen:

  • Berufsausbildung von Jugendlichen
  • Erwachsenenbildung/funktionale Alphabetisierung
  • Wirtschaftliche und gesellschaftliche Reintegration von Kriegsversehrten und Behinderten

Beschäftigungsförderung in einer Nachkriegssituation
Nichtstaatliche Akteure wie Kirchen und Nichtregierungsorganisationen erfüllen wichtige Funktionen, wenn es um Gesundheitsversorgung, Bildung und Ausbildung geht. Der Staat ist weiterhin nur sehr begrenzt in der Lage, diesen Aufgaben nachzukommen. Die Verbesserung der (beruflichen) Bildung ist eine, wenn nicht die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Menschen wieder für sich und ihre Familien sorgen können. Die sechsmonatigen Ausbildungen im Mauern, Schreinern, Klempnern und Weben, in der Metallbearbeitung, Elektrik, KFZ-Mechanik, Seifenproduktion, Batik und Landwirtschaft werden durch dreimonatige Betriebspraktika ergänzt.
Neben Kenntnissen in den jeweiligen Berufen werden sogenannte "life skills" vermittelt, z.B. persönliche Hygiene, psychosoziale Betreuung, Kommunikation, gewaltfreie Konfliktlösung, Kleinprojekt- und Kleinkreditmanagement, Rechnen.

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Alphabetisierung als Überlebensstrategie im Nachkriegs-Sierra Leone
Bereits vor dem Bürgerkrieg war Sierra Leone das Land mit der höchsten Analphabetenrate: ca. 70-80% der Menschen über 15 konnten nicht schreiben und lesen.
44,2% der Bevölkerung von Sierra Leone sind jünger als 15. Die meisten Kinder und Jugendlichen hatten nie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Der Mangel an Grundbildung schließt viele Menschen von Informationen aus. Er erschwert die Bewältigung täglicher Aufgaben und die politische Teilhabe.

Der EED-Partner SLADEA bietet Kurse in folgenden Bereichen an:

  • funktionale Alphabetisierung
  • Gesundheit
  • HIV/AIDS
  • Umweltschutz
  • Konfliktprävention 
  • Menschenrechte
  • Staatsbürgerkunde 
  • Kleinprojektmanagement

SLADEA organisiert auch berufsbezogene Kurse, u.a. in den Bereichen Schneidern, Weben, Backen, Batiken und Lebensmittelverarbeitung.

Besonders Frauen erfahren Grundbildung als Chance zur Emanzipation. Bis heute leiden sie unter häuslicher Gewalt, Einschüchterung, dem Zwang zur Unterordnung und eingeschränktem Zugang zu Bildung.

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Sozio-ökonomische Reintegration von Kriegsversehrten und Behinderten
Der langjährige Bürgerkrieg hat viele traumatisierte Menschen hinterlassen. Besonders stark betroffen sind Personen, die unter schweren Kriegsverletzungen leiden oder die während des Bürgerkriegs vorsätzlich missbraucht und verstümmelt wurden. Viele Menschen erlitten Amputationen oder sind durch Schusswunden nachhaltig geschädigt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 20% der Bevölkerung körperbehindert ist.

Der EED fördert die Organisation CAUSE-SL. Sie hat die wirtschaftliche und gesellschaftliche Reintegration von Kriegsversehrten und Poliogeschädigten zum Ziel - und setzt sich dafür ein, dass ihre Interessen auf nationaler Ebene besser vertreten werden.

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