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Ecuador will zum Schutz des Urwalds auf Ölförderung verzichten


(Bogotá, 04.08.2010) Zum Schutz des Regenwalds will Ecuador auf einen Teil der Erdölförderung verzichten, wenn es einen finanziellen Ausgleich dafür bekommt. Am Dienstag stimmte die Regierung in Quito einem Treuhandfonds zu und schloss eine Vereinbarung mit dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP). Danach soll die internationale Gemeinschaft in den kommenden 13 Jahren rund 2,7 Milliarden Euro aufbringen. Das ist etwa die Hälfte dessen, was die Förderung von 846 Millionen Barrel Öl im östlichen Amazonasgebiet in Ecuador voraussichtlich einbringen würde.
Regenwald
Bild vergrößern Bleibt in Ecuador intakt: Regenwald
Die Zinsen aus dem Treuhandfonds sollen im Umwelt- und Sozialprojekte fließen. Rebeca Grynspan vom UNDP würdigte das Vorhaben als "innovativen, gewagten und bahnbrechenden Beitrag für die Menschheit". Damit zeige Ecuador neue Wege für das Wohlergehen seiner Bürger und für den Klimaschutz auf. Wird das Projekt realisiert, verpflichtet sich das südamerikanische Land, ein Fünftel seiner Ölvorkommen nicht anzutasten. Der EED hatte die Initiative im vergangenen Jahr in Deutschland mit der Broschüre "Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies" von Alberto Acosta unterstützt.

Durch den Verzicht sollen die Artenvielfalt im Yasuní-Nationalpark und der Lebensraum zweier Indianervölker, die bisher kaum Kontakt zur Außenwelt haben, erhalten werden. Zugleich wird der Ausstoß von 410 Millionen Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxids vermieden. Ecuadors Präsident Rafael Correa hatte die Initiative im Juni 2007 vorgestellt, die der deutsche Bundestag im Juni 2008 einhellig begrüßte.

Im Juni 2009 stellte die damalige schwarz-rote Bundesregierung einer ecuadorianischen Delegation einen möglichen Beitrag von jährlich 50 Millionen Euro über 13 Jahre in Aussicht. Am Mittwoch sagte ein Sprecher des Entwicklungsministeriums, man stehe der Idee aufgeschlossen gegenüber. Allerdings sei noch eine Reihe grundlegender Fragen offen.

Auch in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Norwegen und Spanien stieß die Initiative des südamerikanischen Landes auf Interesse. Ecuadors Präsident Correa hatte Anfang des Jahres allerdings die Gründung des Treuhandfonds hinausgezögert und betont, dass sich die Regierung bei mangelnder Unterstützung die Förderoption offenhalten wolle. Erdöl ist eines der wichtigsten Exportgüter Ecuadors. Die Ölindustrie hat auch innerhalb der Regierung starke Fürsprecher.

© epd / mib