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Unser täglich Brot


(München, 14.05.2010) „Dass eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern ist ein Skandal“, sagte Jean Ziegler, Politiker und Soziologe aus der Schweiz, bei der Veranstaltung zur Ernährungssicherheit auf dem Ökumenischen Kirchentag in München. Alle 5 Sekunden verhungere ein Kind. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des EED, nannte die kleinbäuerliche Landwirtschaft als Hoffnungsträger gegen diese Hiobsbotschaft.
I (c) Johanna Laible
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"Die Ursachen für den Hunger in der Welt sind vielfältig", sagte Jean Ziegler: Landgrabbing, Herstellung von Biodiesel aus Nutzpflanzen, eine Dumping-Politik von Agrarprodukten der EU, Termingeschäfte an der Börse mit Grundnahrungsmitteln wie Reis und Getreide und der Klimawandel.

Claudia Warning stellte dem die kleinbäuerliche Landwirtschaft entgegen. Wenn Bäuerinnen und Bauern sich selbst mit lokalen Sorten versorgen und auf mehrere Fruchtfolgen im Jahr bauen könnten, müssten sie selbst und die Menschen in ihrer Region nicht hungern. 

„Lasst uns essen, was wir anbauen – lasst uns anbauen, was wir essen“: Darin sah Tolbert Jallah, der Generalsekretär des Westafrikanischen Kirchanrats, einer Partnerorganisation des EED, die Hoffnung im Kampf gegen den Hunger in der Welt. Kirchenvertreter und Kirchenvertreterinnen aus westafrikanischen Ländern haben im März in Accra, Ghana, eine gemeinsame Kampagne für Ernährungssicherheit und Armutsminderung gestartet. Unter diesem Slogan fordern sie eine Steigerung der nationalen Nahrungsmittelerzeugung und ein Ende der Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten.

Weitere Mitdiskutierende waren Manfred Kern von Bayer Crop Science und Martin Quaim, Agrarökonom aus Göttingen.

"Die große Hoffnung im Kampf gegen den Hunger ist eine lebendige Demokratie", sagte Jean Ziegler. Eine aktive Zivilgesellschaft in Deutschland könne ihre Minister in der Bundesregierung in die Pflicht nehmen, und zum Beispiel den Finanzminister zum Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer bewegen. Es war ihm und den anderen Podiumsgästen wichtig, das Publikum nicht nur über die schrecklichen Seiten des Hungers zu informieren, sondern, im Sinne des Kirchentagsmottos zu zeigen, wo es Hoffnung gibt.

Johanna Laible