Chaos und Not nach dem schweren Erdbeben - Menschen brauchen dringend Hilfe
(Port-au-Prince, 20.01.2010) Nach dem schweren Erdbeben im Karibikstaat Haiti bleibt die Lage für die Überlebenden dramatisch: Die Menschen warten auf sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Häuser und Straßen sind in weiten Teilen zerstört oder stark beschädigt. Es gibt kaum Hoffnung, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden. Mittlerweile gehen Experten von bis zu 200.000 Erdbebentoten aus. Das Beben gilt als eines der stärksten der vergangenen 70 Jahre in der Karibik. Mehrere Nachbeben versetzten die Menschen auf Haiti in Angst. Am Dienstagnachmittag führte ein starkes Nachbeben zu weiteren Zerstörungen.
Tommy Ramm von der Diakonie Katastrophenhilfe berichtet von seinen Einrdrückenn aus der Hauptstadt: "In Port-au-Prince sammeln sich jeden Tag mehr Menschen in Flüchtlingslagern, und auf den Straßen stehen provisorische Schilder: ,We need help!' - ,Wir brauchen Hilfe!' steht auf den Kartons und soll die erwarteten Hilfsgüter in die wild gewachsenen Lager lenken." Die Überlebenden des Bebens würden Autos von Hilfsorganisationen anhalten und um Unterstützung bitten, berichtet Ramm.Flugzeug bringt Hilfsgüter ins Land
Um den Bedürftigen schnell zu helfen, schickten Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international einen gemeinsamen Hilfsgüterflug nach Haiti. Der Flug der beiden Hilfswerke erreichte am Dienstag das Katastrophengebiet. Von Ostende/Belgien waren dringend benötigte Güter direkt nach Port-au-Prince geflogen worden. An Bord waren acht Health-Kits, 20.000 Wasserkanister, 2.000 Decken, 31 Großraumzelte und Tabletten zur Wasserreinigung im Wert von 135.000 Euro. Ein Health-Kit ist auf die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen über drei Monate ausgerichtet. Darunter sind zum Beispiel Medikamente gegen Infektionen. Die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international teilen sich Güter und Kosten.
Nicht nur Port-au-Prince betroffen
Schwere Zerstörungen wurden dem Team der Diakonie Katastrophenhilfe auch von außerhalb der Hauptstadt gemeldet. Die Stadt Leogane westlich von Port-au-Prince ist bis zu 80 Prozent zerstört. Die Einwohner leben seitdem im Park. In der Küstenstadt Jagmel leben 5000 Menschen in einem Flüchtlingslager unter widrigsten Bedingungen. Für die Bewohner dort ist Hilfe unterwegs: Die Diakonie Katastrophenhilfe organisiert die Lieferung per Schiff von Moskitonetzen, Matratzen und Hygienesets.
Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet seit 2005 permanent Hilfe in Haití, das als ärmstes Land in der westlichen Hemisphäre gilt und seit Jahrzehnten eine anhaltende soziale Krise durchlebt. Rund 70 Prozent der rund neun Millionen Haitianer leben in tiefer Armut, das Land ist in hohem Maße auf externe Hilfe angewiesen. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Überschwemmungen peinigen das Land in regelmäßigen Abständen und verstärken die Misere. Für Nothilfe und Wiederaufbau nach dem Erdbeben bittet die Diakonie Katastrophenhilfe dringend um Spenden.








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Last Update: 21.01.2010 10:16:36 |
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