Weltsozialforum endet mit Appell für gerechte Globalisierung
(Porto Alegre, 29.01.2012) Mit einem Appell für eine gerechtere Globalisierung ist am Sonntag das Weltsozialforum in Porto Alegre zu Ende gegangen. In ihrer Abschlusserklärung forderten die Aktivisten vor allem einen grundlegenden Wandel im Umgang mit der Umwelt, der die Lebensbedürfnisse aller Menschen berücksichtigen müsse. Der "grüne Kapitalismus", für den die Staatengemeinschaft beim UN-Umweltgipfel "Rio+20" im Juni werben wolle, sei kein Ausweg aus der derzeitigen Wirtschafts- und Umweltkrise.mehr
Ein anderes Rio ist möglich
(Bonn / Porto Alegre, 27.01.2012) Bereits vor dem Ende des Sozialforums im brasilianischen Porto Alegre ist klar: Die Zivilgesellschaft der Welt will eine andere Rio+20-Konferenz als bislang von den Vereinten Nationen geplant. Partnerorganisationen des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) forderten während des Forums, andere Schwerpunkte zu setzen und in der offiziellen Erklärung zu Rio+20. Themen wie Menschenrechte, Gerechtigkeit und kleinbäuerliche Landwirtschaft soll in den Vordergrund rücken.mehr
Globalisierungskritik in Grün
(Porto Alegre, 23.01.2012) Von der Krise des Kapitalismus zur Green Economy: Tausende Globalisierungskritiker versammeln sich in dieser Woche in Südbrasilien zum Weltsozialforum. Sie diskutieren, feiern - und wollen den Regierenden Dampf machen: Für mehr soziale und ökologische Gerechtigkeit. Mit dem "Thematischen Sozialforum" bereiten sich zivilgesellschaftliche Gruppen auf den "Rio+20"-Gipfel im Juni vor. Der EED ist dabei.mehr
23.000 Menschen demonstrieren für neue Agrarpolitik
(Berlin, 21.01.2012) Mehrere tausend Menschen haben zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik demonstriert. An dem Protestzug zum Kanzleramt unter dem Motto "Wir haben es satt" nahmen am Samstag rund 23.000 Menschen teil. Sie forderten eine ökologischere und gerechtere Landwirtschaft. "Die EU muss die Länder des Südens darin bestärken, ihre eigene Produktion aufzubauen und durch Zölle zu schützen", forderte EED-Vorstand Claudia Warning. "Der Hunger lässt sich nur dort bekämpfen, wo er herrscht!"mehr
EU-Agrarreform als Chance zum Systemwechsel nutzen
(Berlin, 17.01.2012) Die Antibiotika-Resistenzen im Essen beweisen, dass die industriefreundliche Agrarpolitik der Bundesregierung gescheitert ist. Im Rahmen der Kampagne "Meine Landwirtschaft" rufen über 90 Organisationen dazu auf, am 21. Januar für einen Systemwechsel in der Agrarpolitik auf die Straße zu gehen. EED-Landwirtschaftsreferent Stig Tanzmann betont vor allem die entwicklungspolitischen Auswirkungen der Agrarpolitik: "Ob die Bundesregierung glaubwürdig den Hunger in der Welt verringern will, werden wir daran messen, ob Aigner die angekündigte Proteinstrategie umsetzt und heimische Eiweißfuttermittel mit politischen Mitteln etabliert. Solange für Massentierhaltung hierzulande rund sechs Millionen Tonnen Soja aus Ländern des Südens importiert werden und Dumping-Exporte aus Deutschland nach Afrika gelangen, bedient die Bundesregierung einseitig die Agrarindustrie."mehr
„Kapitalistische Krise und Soziale wie Ökologische Gerechtigkeit“
(Rio de Janeiro/Bonn, 17.01.2012) Thematisches Sozialforum mobilisiert Zivilgesellschaft zu Rio+20mehr
Nigeria vor Eskalation des Konflikts
(Bonn / Abuja, 13.01.2012) Die anhaltenden Gewaltausbrüche in Nigeria führen zu einer Destabilisierung des politischen Systems im Land. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) warnte in Bonn vor einer Instrumentalisierung der Religionen im Konflikt und rief alle Parteien zu strikter Gewaltenthaltung auf. "Die sich vermengenden sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Konflikte müssen auf Basis der Menschenrechte und der Demokratie im Land gelöst werden", so Katja Hansen, Nigeria-Referentin im EED.mehr
Zivilgesellschaft definiert Verlauf der Parallelveranstaltung Rio+20
(Rio de Janeiro/Bonn, 11.01.2012) Thematisches Sozialforum Ende Januar dient der inhaltlichen Vorbereitungmehr
Gewaltsame Landkonflikte fordern in Nigeria weitere Opfer
(Genf / Abuja, 02.01.2012) Nigeria ist zum Jahreswechsel erneut von Unruhen erschüttert worden. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen im Osten des Landes wurden mindestens 50 Menschen getötet. Die Auseinandersetzungen haben ihre Ursache in Landkonflikten und hängen nicht mit der islamistischen Gruppe "Boko Haram" zusammen.mehr
Homosexualität im Widerstreit
(Bonn, 29.12.2011) Die Afrikareferate des EED haben sich am 5. Dezember 2011 mit der unterschiedlichen Bewertung von Homosexualität durch europäische und afrikanische Kirchen beschäftigt. „Es geht darum, dass der EED die Position seiner afrikanischen Partner ernst nimmt und diskussionsfähig ist“, fasste Karin Döhne die Absicht des Studientags zusammen. Werner Kahl, Studienleiter an der Missionsakademie Hamburg, stellte theologische Interpretationsmuster vor und warb für kultursensible Antworten.mehr
Gaben teilen, Egoismus vorbeugen
(Bonn / Frankfurt a.M., 23.12.2011) In ihren Weihnachtsbotschaften rufen evangelische Kirchenvertreter und Entwicklungswerke zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft und zu mehr Solidarität mit den Armen auf. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, warnte vor zunehmendem Egoismus. Die Direktorin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, rief dazu auf, die „Gaben der Welt als Geschenk wahrzunehmen und zu teilen“, damit alle etwas davon haben.mehr
EED mit in der VENRO-Führung
(Bonn, 14.12.2011) Der Dachverband der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (VENRO) hat turnusmäßige zehn neue Mitglieder für seinen Vorstand gewählt. Vom Evangelischen Entwicklungsdienst ist Jürgen Reichel mit als stellvertretender Vorsitzender gewählt worden. Zum Vorstandsvorsitzenden wählt die Mitgliederversammlung wiederum Ulrich Post (Welthungerhilfe), stellvertretende Vorsitzende sind Bernd Bornhorst (Misereor) und Christa Randzio-Plath (Marie-Schlei-Verein).mehr
Der „Arabische Frühling” - ein Winter für die Christen?
(Genf / Beirut, 13.12.2011) Wenn der „Arabische Frühling” Frucht tragen soll, müssen unbedingt stabile demokratische Gesellschaften entstehen, sonst könnte er sich leicht in einen „Arabischen Winter” verwandeln, mit dem Risiko der Verfolgung religiöser Minderheiten. Diese Sorge äußerte der David Victor Youssef von der Koptisch-Evangelischen Organisation für Soziale Dienste (CEOSS) am Rande eines Kirchentreffens in Beirut.mehr
"Keine Rüstungsexporte an repressive Regime"
(Bonn / Berlin, 12.12.2011) Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) forderte bei der Vorstellung ihres jährlichen Rüstungsexportberichtes vor der Bundespressekonferenz in Berlin, Konsequenzen aus den verheerenden Auswirkungen der Waffenlieferungen an autoritäre und repressive Regime im arabischen Raum zu ziehen, wie sie während der ersten Hälfte des Jahres 2011 im Kontext der arabischen Auf- und Umbrüche drastisch zu Tage getreten seien.mehr
Gipfel in Durban beschließt Fahrplan für neues Klimaabkommen
(Durban, 12.12.2011) Erstmals soll ein Abkommen alle Staaten zur Reduktion von Treibhausgasen verpflichten. Doch die Umsetzung beginnt erst 2020. Welche Ziele dann gelten, blieb beim Klimagipfel unklar. Die Politik spricht von Durchbruch, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sind skeptisch. "Im Kampf gegen den Klimawandel ist in Durban die internationale Solidargemeinschaft nahezu aufgekündigt worden", sagte EED-Vorstand Claudia Warning. "Große CO2-Emittenten haben sich damit durchgesetzt, ambitioniertes Handeln nochmals zu verschieben."mehr
EKD: Aigners Einsatz für Ende der Exportsubventionen ist "Schritt in die richtige Richtung"
(Berlin, 09.12.2011) Die Evangelische Kirche in Deutschland begrüßt die Ankündigung von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, sich bei der Europäischen Union für ein Ende der Exportsubventionen einzusetzen. „Es ist sehr erfreulich, dass Ministerin Ilse Aigner Agrarexportsubventionen nicht mehr für zeitgemäß hält“, so Prälat Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union.mehr
„Wir wollen eine nachhaltige Binnenversorgung mit guten Lebensmitteln“
(Bonn, 05.12.2011) Auf dem Milchviehbetrieb der Familie Pfaller in Heideck, Landkreis Roth (Mittelfranken), fand am 29.10. die Auftaktveranstaltung für Bayern der Aktion “Bauer hält Hof”, im Rahmen der Kampagne “Meine Landwirtschaft”, statt. Die zahlreichen Teilnehmer forderten eine lokale Wertschöpfung und ein weltweites Menschenrecht auf gesunde Nahrung.mehr
Deutschland muss bei Klimagipfel Führungsrolle übernehmen
(Durban, 02.12.2011) Der Evangelische Entwicklungsdienst verlangt eine klare Führungsrolle Deutschlands beim Weltklimagipfel in Durban. "Bislang verlaufen die Verhandlungen zäh", sagte EED-Klimaexperte Richard Brand dem epd zur Halbzeit der zweiwöchigen UN-Konferenz. Deshalb müsse Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), der Anfang kommender Woche nach Durban reist, Signale setzen.mehr
Kongo: Ohne Illusionen zur Wahl
(Frankfurt / Goma, 28.11.2011) Die junge Kongolesin lacht verlegen und blickt dann zu Boden. Nene Luhiri Mwindja, 24, macht gerade ihr medizinisches Examen, und ihr Land steht kurz vor den zweiten demokratischen Wahlen seit rund vier Jahrzehnten. Ein viel versprechender Aufbruch? Mwindja winkt ab. Zukunft ist für sie ein zu großes Wort.mehr
Hélène Basenyas Würde hat überlebt
(Goma, 25.11.2011) Wenn Hélène Basenya über die vergangenen vier Jahre spricht, erzählt sie als erstes, was sie alles gelernt hat. Die 40-jährige Kongolesin kann jetzt lesen und schreiben, außerdem Brot backen, Ziegen züchten, Gemüse anbauen und Körbe flechten. Und vor allem kann sie zurückschauen, ohne dass der Schmerz sie überwältigt. Sie hat ihre Selbstachtung wiedergefunden und ist stolz auf das, was sie erreicht hat. Deshalb kann sie auch vor Fremden über die Schreckensnacht vor vier Jahren sprechen. Bettina Rühl berichtet zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen aus Goma über die Arbeit des EED-Partners "Heal Africa".mehr
Erwartungen kirchlicher Entwicklungswerke an den Klimagipfel
(Bonn / Stuttgart, 24.11.2011) Die 17. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Durban hat entscheidende Bedeutung für die Zukunft der internationalen Klimapolitik. Alle Staaten sind in der Verantwortung, sich auf die Eckpunkte und einen Zeitplan für die Erarbeitung einer verbindlichen und umfassenden Klimaarchitektur zu einigen. Weitere Verzögerungen sind nicht länger hinnehmbar - anderenfalls wird der Klimawandel ungebremst fortschreiten. Die Erde ist dann auf dem Weg, sich um deutlich mehr als zwei Grad Celsius zu erwärmen, mit nicht absehbaren Folgen für die Umwelt und die Menschheit. Dies würde eine nachhaltige und armutsorientierte Entwicklung weltweit extrem gefährden. Es wäre ein potenziell nicht mehr beherrschbares Risiko für hunderte Millionen Menschen, die schutzlos in den Risikozonen der Erde leben.mehr
"Afrika kann und will sich selbst ernähren"
(Berlin, 09.11.2011) Der EED war Mitveranstalter der größten internationalen Tagung in Berlin zu den Perspektiven für eine nachhaltige Tierhaltung und einen zukunftsfähigen Fleischkonsum. Wissenschaftler, Politiker, Landwirte sowie Vertreter von Organisationen des globalen Südens nahmen an zwei Tagen eine kritische Bestandsaufnahme vor und zeigten Perspektiven auf.mehr
Die Fischereiproblematik Westafrikas bei der "Slow-Fisch"-Messe in Bremen
(Bremen, 07.11.2012) Yaye boye, „liebste Mama“, so nennen die Senegalesen die Sardine liebevoll. In vielen westafrikanischen Haushalten wird der besonders günstige kleine Schwarmfisch täglich aufgetischt. Wie er im Vergleich mit der europäischen Sardine schmeckt, konnten die Gäste der diesjährigen Slow-Fisch Messe in Bremen ausprobieren.mehr
Nicht fordern, umsetzen!
(Stuttgart/ Bonn, 08.11.2011) Der Einkauf von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau oder Fairem Handel ist für die evangelischen Kirchen noch immer ein Randthema. Nach einer Studie von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) werden kaum zehn Prozent der jährlichen Beschaffungssumme in Kirchen und Diakonie für diese Produkte ausgegeben. Trotz gegenteiliger Beschlüsse setzen kirchliche Einrichtungen ihre Marktmacht bislang kaum zugunsten ökologischer und fairer Nahrungsmittelproduktion ein.mehr
G20: Nicht nur Hellas in Cannes
(Bonn / Cannes, 04.11.2011) Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) zeigt sich nach Ende des G20-Gipfels in Frankreich mäßig zufrieden. „Trotz der Krise in Griechenland haben die Staatschefinnen und Staatschefs einige Entscheidungen zur Finanzmarktregulierung und zur Eindämmung der Lebensmittelspekualtionen getroffen“, so Peter Lanzet, EED-Experte für Entwicklungsfinanzierung in Cannes. Dies sei im Ergebnis mehr, als der EED zu Beginn erwartet habe, der große Wurf fehle aber weiterhin.mehr
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