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Veranstaltung

Fair, nachhaltig, erfolgreich?

Tagung über verantwortliche Unternehmensführung in der globalisierten Wirtschaft am 2. und 3. März 2012 in Neudietendorf
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Aktuelles

Evangelischer Entwicklungsdienst weitet Umweltmanagement aus
(Bonn, 18.01.2012) Der Evangelische Entwicklungsdienst hat erneut die Überprüfung seines Umweltmanagements bestanden. Mit der EMAS-Zertifizierung setzt der EED das bisherige Umweltmanagement fort und weitet das Programm aus: Seit Oktober 2011 kompensiert der EED alle Reisen von Mitarbeitenden über den neu gegründeten kirchlichen Kompensationsfonds „Klima-Kollekte“.
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Petition "Rechte für Menschen - Regeln für Unternehmen" an EU-Kommission
(Brüssel / Berlin, 12.07.11) Wenn ein europäisches Unternehmen außerhalb der EU Menschenrechte verletzt oder die Umwelt verschmutzt, muss es dafür auch in der Europäischen Union rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Das fordern mehr als 73.000 EU-Bürger und 140 europäische Parlamentsabgeordnete mit einer Petition, die heute der Industriekommissar der EU, Vizepräsident Antonio Tajani, erhält.
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Präsident des EU-Parlaments für Fairen Handel
(Bonn, 16.05.2011) In einem offenen Brief spricht sich der Präsident des europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, für mehr Fairen Handel aus. Anlässlich des "World Fair Trade Day" richtete er sich damit auch an alle Aktive im Fairen Handel.
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Von Äpfeln, Birnen und Kranichen - Lufthansa Hauptversammlung 2011
(Berlin, 04.05.2011) Am 03. Mai 2011 tagte die Lufthansa-Hauptversammlung im ICC Berlin. Im Rahmen des Netzwerks für Unternehmensverantwortung CorA und im Auftrag des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre trug Sabine Minninger, Beraterin von EED Tourism Watch für Klimawandel und Katastrophenvorsorge, die Anliegen dieses zivilgesellschafltichen Bündnisses vor. Im Fokus standen dabei Maßnahmen zum Klimaschutz der Lufthansa AG, Deutschlands größter Airline. Besonders kritisch beurteilen EED Tourism Watch und die Kritischen Aktionäre und Aktionärinnen das schlechte Abschneiden der Airline beim „Atmosfair Airline Index“, die Forcierung auf Agrotreibstoffe, sowie die unzureichende Sensibilisierung von Reisenden über die Klimawirkung von Flugreisen. Die Lufthansa AG habe bis dato zu wenig unternommen, um ein nachhaltiges Luftfahrtunternehmen zu werden und betreibe aktives Greenwashing, lautet das Fazit.
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Wachstumstrend bei Fairtrade hält an
(Bonn, 03.05.2011) Der Verein TransFair e.V. stellte die aktuellen Zahlen vor. In Deutschland kauften Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Fairtrade-gesiegelte Produkte und steigern so den Umsatz um 27% gegenüber 2010.
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Weitere Meldungen

Unternehmensverantwortung

Freiwillig verantwortlich?

Fabrikarbeiterinnen montieren Elektroteile
Bild vergrößern Arbeitsbedingungen in der chinesischen Elektro-Industrie

Zwischen dem Anspruch internationaler Normen und der Wirklichkeit besteht nach wie vor ein großes Gefälle. Millionen Menschen leiden unter Hunger und Armut, sind Opfer von Ausbeutung, Gewalt, gesundheitlichen Risiken und ökologischen Schäden. Auch Unternehmen tragen dafür Verantwortung. Dabei können ausschließlich freiwillige und private Initiativen verantwortlichen Wirtschaftens, einer Corporate Social Responsibility (CSR), die Kluft zwischen menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Problemen einerseits und den normativen Werten unserer Zivilisation nicht allein überwinden. Transnationale Unternehmen müssen in ihrem Wirkungsbereich aktiv zur Einhaltung der genannten Normen beitragen und ihr Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar darstellen. CSR-Initiativen sind keine Alternative zu notwendigen Regulierungen.

Der EED setzt sich in doppelter Weise für eine am Gemeinwohl orientierte Unternehmenspraxis ein. Er fördert und unterstützt einerseits entsprechende Freiwilligkeitskonzepte von Unternehmen im Sinne gesellschaftlicher Verantwortung (Corporate Social Responsibility) und setzt sich andererseits gemeinsam mit dem Netzwerk für Unternehmensverantwortung (Corporate Accountability / CorA) für verbindliche staatliche Regulierungen ein.
Öko-faires Beschaffungswesen ist dabei ein Schwerpunkt. Staatliche Einrichtungen, Kommunen, aber auch Kirchen brauchen einen Ordnungsrahmen, um ihre enorme Kauf- und Nachfragemacht zu nutzen, damit sie nicht nur beim billigsten Anbieter, sondern bei Unternehmen einkaufen können, die verbindliche ökologische und soziale Kriterien in Produktion und Handel berücksichtigen. 

Das Netzwerk Corporate Accountability (CorA)

Über 40 soziale Gruppen, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, kirchliche und entwicklungspolitische Organisationen, Verbraucher- und Umweltverbände arbeiten im Netzwerk CorA zusammen. Gemeinsam engagieren sie sich auf verschiedenen Feldern für eine am Gemeinwohl orientierte Unternehmensverantwortung und nutzen dabei eine Vielfalt an Instrumenten und Ansätzen.

Die Partner des Netzwerks wollen, dass transnationale Unternehmen, ihre Tochterunternehmen und ihrem Zulieferer in ihrem täglichen Handeln die Menschenrechte sowie international vereinbarte soziale und ökologische Normen einhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, will CorA

  • die gesellschaftliche Debatte über das wirtschaftliche und politische Handeln transnationaler Unternehmen verstärken und
  • sich für Corporate Accountability einsetzen. Darunter werden verbindliche Instrumente verstanden, mit denen diese Unternehmen verpflichtet werden, die Menschenrechte sowie international anerkannte soziale und ökologische Normen und Standards zu respektieren.

Die Mitglieder von CorA sind davon überzeugt, dass der Weg zu verbindlichen, grenzüberschreitend wirksamen Unternehmensregeln nicht nur ethisch geboten, sondern auch wirtschaftlich für das Wohl der Allgemeinheit dringend notwendig ist. Die verbindliche Verantwortung kann mit einer Kombination von Instrumenten erreicht werden, insbesondere durch finanzpolitische Instrumente, durch Grenzwerte, durch Anreiz- und Sanktionssysteme, durch ordnungspolitische Vorgaben und langfristig durch veränderte Strukturen,  die den Weg zu einer sozial- und ökologisch verträglichen sowie vor allem einer menschenrechtskonformen Wirtschaftsweise eröffnen.

Das bisher weitreichendste Regelwerk für international agierende Unternehmen bilden die OECD-Leitsätze. Ihre Stärke und Herausforderung liegt darin, dass die Unterzeichnerstaaten sich verpflichtet haben, die Leistätze zu fördern, für ihre Einhaltung zu sorgen und bei Verstößen entsprechende Mediationsverfahren einzuleiten.

Mehr über CorA
Für ein nachhaltiges Beschaffungswesen
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (Stand 2000)
Info-Seite des OECD Berlin Centre