Deutschland muss handeln sonst scheitern die Klimaverhandlungen
(Kopenhagen, 16.12.2009) "Brot für die Welt" und Evangelischer Entwicklungsdienst fordern die Bundesregierung dazu auf, den Entwicklungsländern entgegen zu kommen. Bundesregierung und EU müssen jetzt eine dreißigprozentige Emissionsreduzierung ohne Bedingungen anbieten. Ohne diese Vorreiterrolle der EU werden die Verhandlungen scheitern", warnt "Brot für die Welt"-Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel am Vorabend der Anreise der Bundeskanzlerin. Die EU-Staaten haben bislang lediglich verbindlich zugesagt, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent zu senken, sind aber bereit, auch 30 Prozent einzusparen und über langfristige Hilfe zu reden, wenn andere Industriestaaten vergleichbare Angebote machen.
"Neben den Emissionsminderungen sollte Deutschland jetzt 7 Milliarden Euro jährlich als deutscher Beitrag zur langfristigen Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern ab 2013 zusagen, damit wieder Vertrauen in die chaotischen und von tiefen Zerwürfnissen geprägten Verhandlungen zurückkehren", warnt EED-Vorstand Rudolf Ficker. "Nur so lassen sich die Klimaverhandlungen noch retten."Als fatal hat sich die Ankündigung eines neuen Vertragsentwurfes durch die dänische Verhandlungsführung erwiesen, der dem Anschein nach parallel zu den Verhandlungen geschrieben wurde. Das hat "Brot für die Welt" und EED zufolge das Vertrauen weiter unterminiert und dazu geführt, dass die Gespräche momentan ohne verbindliche Textgrundlage weitergehen. "Wenn sich die EU bewegt, könnte das neues Vertrauen schaffen und neuen Schwung in die Verhandlungen bringen", so die evangelischen Hilfswerke.
