Aktuelles
Bürgerrechtler aus Kamerun verurteilt - Bernhard Njonga erfuhr vom Urteil beim Evangelischen Kirchentag
(Bremen, 22.05.2009) Wegen seiner Teilnahme an einer Demonstration gegen Korruption ist der kamerunische Bürgerrechtler Bernard Njonga am Freitag zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. „Die Regierung will uns zum Schweigen bringen“, sagte Njonga auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen. Er ist der Präsident von ACDIC, der größten westafrikanischen Bürgerbewegung, die 10.000 Landwirte und Verbraucher vertritt.
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Hühner für Afrika
(Baden-Baden, 03.04.2009) Arte Dokumentation über den "Unsinn des globalen Handels" am 7. April, 22:30 Uhr
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Afrikanische Geflügelverbände und EED auf der World Poultry Show in Hannover
(Hannover, 31.03.2009) Vertreter von Geflügeverbänden aus 5 afrikanischen Ländern kamen auf Einladung des EED im November 2008 nach Hannover, wo im Rahmen der EUROTIER Messe die World Poultry Show stattfand. Auf einem gemeinsamen Stand und in gemeinsamen Veranstaltungen haben sie auf den unfairen Handel mit Fleischresten aus Europa aufmerksam gemacht.
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Brasilianische Kleinbauern kritisieren Geflügelexporte nach Afrika
(Belém/Bonn, 30.01.2009) Die brasilianische Kleinbauernorganisation ASSESOAR hat zusammen mit afrikanischen Bauernvertretern die Folgen der weltweiten Exporte von Geflügelresten nach Afrika kritisiert. Auf dem 9. Weltsozialforum in Belém diskutierten sie auf Einladung des EED Maßnahmen und Forderungen zum Stopp einer solchen Resteverwertung auf Kosten der afrikanischen Produzenten.
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EED-Partner und „Brot für die Welt“-Mitarbeiter in Kamerun festgenommen
(Bonn/Stuttgart, 11.12.2008) Die Polizei im zentralafrikanischen Kamerun hat gestern Morgen in der Hauptstadt Jaunde eine Demonstration gegen Korruption im Landwirtschaftsministerium gewaltsam aufgelöst. Derzeit befinden sich noch sechs Personen in Polizeigewahrsam, darunter der Präsident der EED-Partnerorganisation Association Citoyenne de Défense des Intérêts Collectifs, Bernard Njonga. [Update: Die Verhafteten befinden sich mittlerweile wieder alle auf freiem Fuß.] Der EED und „Brot für die Welt“ fordern ihre Freilassung und die Wiederzulassung ihrer Aktivitäten.
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Weitere Meldungen
Keine Chicken schicken
Keine Chicken schicken
Hähnchenteile aus Europa ruinieren Kleinbauern in Westafrika
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Hühnerteile aus der EU auf dem Markt in Jaunde
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In den meisten afrikanischen Ländern leben immer noch mindestens 70 Prozent der Menschen von dem, was sie selber auf ihren Feldern anbauen. Deswegen unterstützt der EED die Entwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Viele der Partner des EED in Afrika beraten kleine Familienbetriebe, damit sie auch weiterhin ihr Überleben sichern. Diese Projekte, die auch mit Mitteln des BMZ unterstützt werden, haben gerade Frauen mit Kleinkrediten die Möglichkeit zum Aufbau einer eigenen kleinen Hähnchenproduktion ermöglicht und ihnen ein eigenes Einkommen gesichert.
Seit 1996 ist eine rasante Steigerung der Geflügelimporte in fast allen west- und zentralafrikanischen Ländern wie bspw. Kamerun zu beobachten. Die Ausfuhr von Geflügel aus der EU nach Afrika verdreifachte sich von etwa 48.000 Tonnen (1996) auf knapp 200.000 Tonnen 2004.
Kamerun importierte im Jahr 2003 mit 22.154 Tonnen das Zwanzigfache an Geflügel als sieben Jahre vorher (978 Tonnen). Drei Viertel des Hähnchenfleisches kommt aus der Europäischen Union (EU), die gesamte Ware wird tief gefroren eingeführt. Das Fleisch, zu 80 Prozent sind es Hähnchenteile, wird um fast 100 Prozent billiger nach Afrika verkauft als im innereuropäischen Handel. Die Hähnchenteile haben bei uns unterschiedliche Preise. Während das magere Brustfilet, im deutschen Supermarkt schon einmal neun Euro pro Kilo kosten darf, werden die Hähnchenschenkel nach Westafrika für 75 Cent pro Kilo exportiert.
So haben die massiven Exporte tief gefrorener Hühnerteile aus Europa in den letzten Jahren die einheimischen Märkte in Westafrika ruiniert. Kameruns Kleinbauern können mit den niedrigen Preisen des Importgeflügels nicht konkurrieren. Sie verkaufen nicht mehr kostendeckend, ihnen fehlt Geld für neue Küken und sie können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Viele haben ihre Existenzgrundlage verloren. Die gefrorenen Hühnerteile aus Europa gefährden die Gesundheit der Bevölkerung, denn in Ländern wie Kamerun gibt es keine geschlossene Kühlkette. Wenn das Fleisch an den Verkaufsständen ankommt, ist es längst aufgetaut und ein idealer Nährboden für Bakterien. "Der Export der gefrorenen Hühnerteile ist ein Angriff auf die Bauern, auf die Gesundheit unserer Bevölkerung und auf unsere Volkswirtschaft", sagt Bernard Njonga, Präsident der Bürgervereinigung ACDIC (Bürger/innen Bewegung zur Verteidigung kollektiver Interessen).
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Demonstration gegen den Import von Hühnerteilen
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ACDIC ist eine unabhängige, landesweite Organisation, die sich mit Unterstützung des langjährigen EED Partners SAILD in Kamerun gegründet hat. ACDIC hat, durch eine eigene Studie bestärkt, die kamerunische Öffentlichkeit wachgerüttelt und die eigene Regierung zu Maßnahmen zum Schutz der Kleinzüchter gezwungen. Gleichzeitig hat ACDIC auch die europäischen Partner alarmiert. Der EED hat zusammen mit anderen europäischen Organisationen reagiert, um in Europa, dem Ursprung dieses Handels mit Hähnchenteilen die unterschiedlichsten Akteure (Politiker, Schlachtbetriebe, Handel und VerbraucherInnen) zu sensibilisieren.
Sehr bald wurde deutlich, dass die Ursachen für diese ruinösen Exporte dieses Geflügelfleisches aus Europa sehr vielschichtig sind: Der EED startet daher nun ein Projekt, das die erfolgreichen bisherigen Kampagnen in Europa und Kamerun aufgreift und weiterhin unterstützt. Zudem wird der EED eigene Recherchen führen, die den Ursachen nachgehen, warum das Geflügelfleisch aus Deutschland und Europa so billig auf afrikanischen Märkten landet. Wir werden sowohl die europäische Handelspolitik als auch die Produktion und den Handel mit Geflügelfleisch unter die Lupe nehmen und entsprechende Vorschläge und Forderungen zum Schutz der afrikanischen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen erarbeiten. Der EED wird aber auch Vorschläge für ein anderes Konsumverhalten von Verbraucherinnen und Verbraucher entwickeln.