Der Auftrag zu heilen
AKTUELLES THEMA: Forschung für vernachlässigte Krankheiten weiter verbessern
Der EED setzt sich für die öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung für Arzneimittel und Diagnostika für sog. Vernachlässigte Krankheiten (Malaria, Schlafkrankheit, Tuberkulose und andere) ein. Die Forschung in diesem Bereich ist ungenügend, da die Vermarktung entsprechender Produkte für Pharmafirmen aufgrund fehlender kaufkräftiger Nachfrage nicht attraktiv ist.
Deutschland hatte sich mit öffentlichen Geldern für diese Forschung lange sehr zurückgehalten. 2011 jedoch hat das BMBF schließlich ein Förderkonzept "Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten" verabschiedet und 20 Millionen Euro für die Finanzierung von sog. Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) für vier Jahre bereitgestellt. Das BMBF hat inzwischen die Förderung für drei PDPs bekanntgegeben.
Der EED veröffentlichte zusammen mit Ärzte ohne Grenzen und der BUKO Pharmakampagne die Broschüre "Plädoyer für eine öffentliche Förderung von Forschung zu vernachlässigten Krankheiten" (vgl. auch die Meldung unter "Aktuelles"). Sie wurde der Öffentlichkeit Ende November 2011 auf einem Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt. An der Podiumsdiskussion nahmen Dr. Helge Braun, der Parlamentarische Staatssekretär des BMBF und Anette Hübinger (MdB, CDU/CSU, Mitglied in den Bundestagsausschüssen für Forschung und Entwicklung) teil.
Gesundheit ist Menschenrecht...
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© WHO Marie-Agnes Heine
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Für den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) gehört die "Befreiung von Krankheit" neben Hunger und Armut als ein wesentlicher Bestandteil von Entwicklung, Dies ist in seiner Grundorientierung so ausgesagt. Hier bekennt er sich auch dazu, die Menschenrechte durchsetzen zu helfen. Das Recht auf Gesundheit ist als ein Menschenrecht definiert: Der "Internationale Pakt über die Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen Rechte" der Vereinten Nationen von 1966 setzt das "Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit" fest.
... und Verantwortung für die Kirchen
Kirchen haben seit jeher einen Auftrag zu Gesundheit und "Heilung" in einem ganzheitlichen Sinn erkannt. Aufbauend auf den Erkenntnissen einer Tagung, die der Ökumenischen Rat der Kirchen 1964 in Tübingen einberufen hatte, entwickelte die Christliche Medizinische Kommission (Christian Medical Commission) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation das Konzept der Basisgesundheitsversorgung (Primary Health Care). Gemeinden und Gemeinschaften sind danach wesentliche Akteure in der Herstellung von "Gesundheit für alle".
Missachtung des Grundrechts auf Gesundheit
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© WHO 2006, Chris de Bode
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Jeden Tag sterben 24.000 Kinder an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten Jedes Jahr kommen 350.000 Mütter während der Schwangerschaft oder Geburt um, weil nicht genügend Hebammen und Ärzt/innen zur verfügung stehen. Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Etwa zweieinhalb Milliarden müssen ohne sanitäre Anlagen auskommen. Diese Zustände verursachen millionenfach vermeidbare Erkrankungen. Diese Verletzungen des Menschenrechtes auf Gesundheit sind eine humanitäre Katastrophe für die Menschen in Entwicklungsländern und eine moralische Katastrophe für uns alle. Sie verhindern Entwicklung und lassen Menschen in Armut gefangen bleiben.
Lobbyarbeit und Dialog
Deshalb setzt sich der EED durch politische Lobby- und Advocacyarbeit für ausreichende und qualitativ gute Gesundheitsversorgung der Menschen in den Entwicklungsländern und für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Gesundheit ein.
Dabei nimmt der EED Anliegen seiner Partner in den entwicklungspolitischen Dialog mit Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft auf. Er arbeitet zusammen mit Kirchen, ökumenischen Partnern, mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen und der Ecumenical Advocacy Alliance. Der EED ist engagiert in der Arbeitsgruppe Gesundheit des Verbands Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen und ist Gründungsmitglied und Unterstützer des Aktionsbündnis gegen AIDS. Er wirkt darauf hin, dass globale Gesundheitsfragen in der Politik verankert werden und arbeitet hierzu auch mit dem Unterausschuss "Gesundheit in Entwicklungsländern" des Deutschen Bundestages.
Partner und Projekte
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Mit den vom EED finanziell und personell unterstützten Partnern und Projekten werden Gesundheitsversorgung und Bildung als "soziale Grunddienste" gefördert - insbesondere für benachteiligte und arme Menschen. Die Programme stärken Einzelne und Gemeinden, Gesundheit eigenverantwortlich und nachhaltig herzustellen und zu bewahren Die Förderung von Gesundheit ist integraler Bestandteil vieler Programme der ländlichen und Gemeinwesen-Entwicklung. Partner werden auch in ihrer Lobby- und Advocacyarbeit unterstützt: Sie tragen zur Änderung der strukturellen Ursachen von Armut und Krankheit bei, indem sie von ihren Regierungen einfordern, dass diese Gesundheitsversorgung für alle bereitzustellen.
Dazu engagiert sich der EED zu folgenden Themen (siehe auch unter Infos):
- Menschenrecht auf Gesundheit
- Gesundheitssysteme und Basis-Gesundheitsdienste
- Gesundheitsfinanzierung
- Millenniumsentwicklungsziele
- Zugang zu Medikamenten
- Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte
- HIV und Aids
- Vernachlässigte Krankheiten und Krankheiten der Armut
- Menschen mit Behinderungen
- Klimawandel und Gesundheit
- Soziale Bedingungen für Gesundheit
- Kirchen und Gesundheit
Weiterführende Links zu Themen und Organisationen rund um das Thema Gesundheit finden sie hier.







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Last Update: 18.01.2012 16:51:38 |
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