Gentechnologie und Ernährungssouveränität
Kann die Agro-Gentechnik den weltweiten Hunger bekämpfen oder gefährdet sie die Ernährungssicherheit unseres Planeten?
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Professor Kuang Rongping von der chinesischen Partnerorganisation PEAC in einem Feld transgener Baumwolle. |
Die Manipulation von Pflanzengenen durch verschiedene biotechnologische Verfahren führt teilweise zu erheblichen Veränderungen der Eigenschaften von Pflanzen und ihren Ökosystemen. Während die Agro-Gentechnik auch in Deutschland und Europa zunehmend ins Interesse der Öffentlichkeit gerät, sind die Partnerorganisationen des EED in unterschiedlichem Maße direkt von ihren Auswirkungen betroffen.
- In Indien werden gentechnisch veränderte Saaten mittels groß angelegter Mikrokreditprogramme in kleinbäuerliche Familienbetriebe geschleust.
- Obwohl Genmais in Mexiko verboten ist, erreicht gentechnisch verändertes Maissaatgut selbst entlegene Gebiete mit einer vormalig hohen Vielfalt an alten Sorten.
- In Afrika kommt gentechnisch veränderter Mais über die Nahrungsmittelhilfe zur ländlichen Bevölkerung. Die Bauern und Bäuerinnen - völlig uninformiert über diese Tatsache -verwenden einen Teil dieser Nahrungsmittel als Saatgut. Dadurch schleichen sich transgene Eigenschaften in traditionelles Saatgut, wo sie bewährte Anbau- und Züchtungsmethoden unterlaufen und einen wertvollen Genpool verändern können.
- In Brasilien hat der Schmuggel mit Gensoja aus Argentinien die Regierung vor vollendete Tatsachen gestellt: Gensoja musste dort zugelassen werden.
Während überall auf der Welt noch über die Folgen, den Nutzen und die Gefahren dieser neuen Technologie diskutiert wird, werden zeitgleich Fakten geschaffen, deren Auswirkungen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die wachsende Besorgnis der EED-Partnerorganisationen über diese Vorgänge haben den EED bewogen, ein Eine-Welt-Projekt ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit Partnern aus drei Kontinenten werden Lobby- und Advocacyaktivitäten geplant. Dabei engagieren der EED und seine Partner sich für
- die Stärkung und internationale Verbreitung alternativer Modelle nachhaltiger Landwirtschaft;
- den Austausch und die Vernetzung von Partnerorganisationen;
- nationale und internationale Regulierungssysteme, die der weiteren Verbreitung der Gentechnik entgegenwirken, bzw. einen hohen Standard bei der Zulassung von gentechnisch veränderten Produkten verlangen.
Die Lobbyarbeit richtet sich auf Umsetzungsfragen des Cartagena-Protokolls, die nationalen Gentechnikgesetze in Entwicklungsländern, die besondere Verantwortung der Regierungen Europas für den internationalen Rechtsrahmen und die Vorbereitung des FAO Special Forums - Welternährungsgipfel - 10 Jahre danach.


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Last Update: 13.07.2007 08:53:03 |
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