Eisenfresser
Die jährliche Hungersnot im Norden Bangladeschs zwingt die Bauern Kholil und Gadu, gemeinsam mit ihren Verwandten ihre Heimat zu verlassen. Als Saisonarbeiter heuern sie auf den Schiffsabwrackungswerften im Süden des Landes an. In den Werften, die die Strände von Chittagong säumen, zerlegen sie von Hand Abfälle der westlichen Welt: Tanker und riesige Containerschiffe. In seiner Dokumentation wird Regisseur Shaheen Dill-Riaz Zeuge eines Systems von Ausbeutung, dem nur die wenigsten Arbeiter entkommen können: Die Saisonarbeiter aus dem Norden erledigen nicht nur die gefährlichsten Arbeiten auf der Werft, sondern geraten dabei auch in eine ausweglose Schuldenfalle. Der vom EED geförderte Film wird am 17. September 2007 mit dem 1. Platz des Eine-Welt-Filmpreises ausgezeichnet.
Deutschland/Bangladesh, 2007
85 Minuten
Buch und Regie: Shaheen Dill-Riaz
Die Jury urteilte über den Film: "Mit ungewöhnlicher Intensität macht der Film, der die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern auf den Schiffsabwrackwerften im Süden Bangladeschs darstellt, das Thema Arbeit sichtbar. Er ist geradezu ein Lehrstück über Ausbeutung und abhängige Arbeit, die keinerlei Rücksicht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Arbeiter nimmt. Die schwierigen Lebensverhältnisse im Norden des Landes, die die Menschen zur Migration zwingen, die unmenschliche und gefährliche Arbeit auf den Werften, die darin besteht, den Schrott der westlichen Welt zu zerlegen, die Rechtlosigkeit, die die Unterdrückung der Arbeiter und ihre Ausbeutung verstetigt, die Zerstörung der Umwelt, die unmittelbar mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen verbunden ist, werden als strukturelle Probleme definiert und gleichzeitig mit persönlichen Schicksalen verbunden. Der zurückhaltende Kommentar des Regisseurs am Anfang des Films eröffnet einen sehr persönlichen Zugang, der sich auch in der Nähe zu den Arbeitern, die er mit einer ungewöhnlich dichten Kamera begleitet, ausdrückt. Der Filmemacher behält diese Perspektive und den damit gewählten Stil seines Filmes konsequent bei. Die Bildgestaltung und Montage sind hervorragend und tragen über die gesamte Länge des Films zu einem intensiven Miterleben bei."
Der Eine-Welt-Filmpreis NRW wird vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW gestiftet und ist mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden Arbeiten von Autorinnen und Autoren gewürdigt, deren Filme für Probleme in Ländern des Südens sensibilisieren, die aber auch Ansätze zur Veränderung aufzeigen und einen Perspektivwechsel ermöglichen.
Kontakt:
Evangelisches Zentrum für den Entwicklungspolitischen Film, Kniebisstraße 29, 70188 Stuttgart. Fon +49 (0)711 2847243 , e-mail: ofni@ed.feze.
Lemme Film GmbH, Grabbestr. 6, 22765 Hamburg. Fon +49 (0)40 41359404 , e-mail: ofni@ed.mlifemmel.
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Last Update: 11.09.2007 14:22:08 |
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