Indonesien
Vielfalt, Chancen und Herausforderungen
In Indonesien, dem größten Inselstaat der Welt, leben etwa 230 Millionen Menschen. Kulturell ist das Land von einer reichen Vielfalt geprägt.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird Indonesien zu den Schwellenländern der Welt gezählt. Derzeit erlebt der südostasiatische Staat ein Wirtschaftswachstum von jährlich rund sechs Prozent. Doch nicht alle profitieren von dem Wachstum gleichermaßen. Im Gegenteil, die sozialen Disparitäten sind massiv. Laut der offiziellen nationalen Statistik leben 13 Prozent der IndonesierInnen in absoluter Armut. Dabei ist ein Armutsgefälle von West nach Ost und von Jakarta in die Peripherie festzustellen.
Politisch hat Indonesien unter dem Stichwort „Reformasi" mehr als eine Dekade der Demokratisierung zurückgelegt. Dabei wurden wichtige Reformprozesse, beispielsweise die Dezentralisierung von Entscheidungsbefugnissen von Jakarta in die Distrikte, eingeleitet.
Zentrale entwicklungspolitische Herausforderungen, mit denen Indonesien konfrontiert ist, beinhalten die angesprochene Armut, tief greifende Umweltzerstörungen in Teilen des Landes, Folgen des Klimawandels, vergangene unbearbeitete und aktuell verübte Menschenrechtsverletzungen, interethnische und interreligiöse Konflikte, mangelnde politische Teilhabe sowie Korruption und andere Führungsschwächen.
Die Zivilgesellschaft Indonesiens befindet sich in einem Prozess der Rollenfindung. Mit der Demokratie eröffneten sich ihr neue Spielräume und zugleich neue Herausforderungen sowie Notwendigkeiten zur Weiterentwicklung von Kapazitäten.
EED Programm in Indonesien
Indonesien gehört zu den Schwerpunktländern der Internationalen Zusammenarbeit des EED. Prioritäten im Länderprogramm Indonesien umfassen:
- Ländliche Entwicklung: nachhaltige Landwirtschaft, ländliche Einkommensförderung, Ressourcen- und Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Zugang zu Basisdienstleistungen
- Menschenrechte, Aufbau von Zivilgesellschaft, Frieden und Konflikttransformation, religiöser und kultureller Pluralismus
- Basisgesundheitsversorgung und Gesundheitsprävention
- Gendergerechtigkeit und Frauenförderung
Neben der finanziellen Förderung von indonesischen Nichtregierungsorganisationen vermittelt der EED Fachkräfte, vergibt Stipendien an indonesische Studierende und trägt entwicklungspolitische Anliegen an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Deutschland und international weiter.
Partner und Projekte
Zurzeit unterstützt der EED im Indonesienprogramm 30 Partnerorganisationen, darunter
- Protestantische Kirchen, kirchliche und christliche Entwicklungsorganisationen, zum Beispiel MBM, PELKESI, YAK GBKP, YAKKUM, YAKOMA-PGI
- Säkulare und islamische Nichtregierungsorganisationen, zum Beispiel ELSAM, IOA, LAKPESDAM NU, PETRASA, SHEEP Indonesia und SOLIDARITAS PEREMPUAN
Die Partnerorganisationen arbeiten in verschiedenen Landesteilen und teilweise landesweit. Regionale Schwerpunkte sind Nord-Sumatra, Süd-Sulawesi, Java, Papua, West-Kalimantan, Bali und Nusa Tenggara.
Das Spektrum derjenigen, an die sich die Programme der Partner richten und die von diesen profitieren, reicht von benachteiligten ländlichen und städtischen Bevölkerungsgruppen bis hin zu Entscheidungsträgerinnen und -träger auf nationaler und internationaler Ebene.
Der EED fördert vor allem integrierte Entwicklungsprogramme, die verschiedene Komponenten miteinander verbinden, so beispielsweise den Aufbau von Selbsthilfegruppen, Weiterbildung, fachliche Beratung, Kleinkreditprogramme, Lobby und Advocacy-Arbeit.
Innerhalb meist längerfristig angelegter Kooperationen werden Projekte von in der Regel drei Jahren gefördert, in denen spezifische Ziele definiert werden.
Stärkung von Zivilgesellschaft
Über die programmatische Zusammenarbeit hinaus ist dem EED im Sinne der Stärkung von Zivilgesellschaft an der kontinuierlichen institutionellen Weiterentwicklung seiner Partner gelegen. In diesem Kontext kooperiert der EED in Indonesien mit zwei lokalen Beratungsinstitutionen: InSuFa und HMC. Schwerpunkte von deren Angeboten an Partner sind die Begleitung von Prozessen der Kapazitätsbildung und Organisationsentwicklung, Förderung von Fachdialog unter Partnern und Qualifizierung im Bereich Finanzmanagement.
Finanzielle Zusammenarbeit
- 2007: BMZ-Zuschüsse: 3.575.000 € (Länderprogramm plus Tsunami-Wiederaufbau), kirchliche Zuschüsse: 716.000 €, 13 Projekte
- 2008: BMZ-Zuschüsse: 3.340.000 €, kirchliche Zuschüsse: 312.000 €, 10 Projekte
- 2009: BMZ-Zuschüsse: 2.647.000 €, kirchliche Zuschüsse: 542.000 €, 13 Projekte
- 2010: BMZ-Zuschüsse: 3.223.000 €, kirchliche Zuschüsse: 780.000 €, 11 Projekte
Personelle Zusammenarbeit
Aktuell kooperiert der EED in drei Projekten der Personellen Zusammenarbeit. Die Aufgaben der Fachkräfte sind fokussiert auf Organisationsberatung, Vermarktung ökologischer Landwirtschaft und Menschenrechtsarbeit.

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Last Update: 27.01.2011 12:44:43 |
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