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Aktuelles

Engagement unter staatlicher Knute?
(Bonn / Frankfurt / Bangkok, 18.04.2011) In Kambodscha sorgt ein Gesetzesentwurf für heftigen Widerstand: Die Vorlage sieht vor, dass sich alle Menschenrechts-, Hilfs- und Bürgerorganisationen bei den Behörden registrieren müssen. Offiziell soll damit der Status nichtstaatlicher Initiativen geregelt werden. Tatsächlich aber sei das Ziel, die politische Kontrolle über gesellschaftliches Engagement massiv zu erhöhen, kritisieren zahlreiche einheimische und internationale Organisationen. Sie fordern die Regierung in Phnom Penh auf, den Entwurf in seiner jetzigen Form fallen zu lassen.
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Kambodscha plant Kontrollgesetz für NGOs
(Bonn / Aachen, 15.04.2011) Die kambodschanische Regierung steht kurz vor der Verabschiedung eines Gesetzes, das eine Registrierung aller in Kambodscha arbeitenden NGOs und Gruppen erzwingen soll. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und Misereor haben bereits im Januar die Bundesregierung in einem Brief aufgefordert, mäßigend auf die Regierung in Phnom Penh einzuwirken. "Wir erwarten Unterstützung aus der Politik, das Gesetz gefährdet die Arbeit vieler NGOs im Land", fasst Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon die Sorgen der beiden kirchlichen Entwicklungswerke zusammen.
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EU-Indien-Freihandelsabkommen mit neuer Qualität?
(Bonn / Dehli, 07.02.2011) Madhyam: Liberalisierung des Investitionsrechts bedroht Entwicklung
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Lobbyarbeit für indische Ureinwohner
(Bonn / Aachen, 21.12.2010) Obwohl Indien über eine relativ fortschrittliche Verfassung und Gesetzgebung verfügt, schließt die indische Gesellschaft große Bevölkerungsteile wie Kastenlose, Ureinwohner (Adivasi) und Frauen von gleichberechtigter Teilhabe de facto aus. Die Privilegien einiger Weniger werden zunehmend gewaltsam verteidigt. Der soziale Protest wird dagegen oft kriminalisiert.
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EU-Handelsabkommen gefährdet Recht auf Nahrung in Indien
(Bonn / Berlin, 12.11.2010) Anlässlich des Indienbesuchs von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kritisieren Misereor und Evangelische Entwicklungsdienst (EED) die hartnäckige Haltung der EU bei den Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen. "In Indien leiden Millionen von Menschen Hunger. Die EU und die Bundesregierung dürfen dort nicht einseitig Exportinteressen europäischer Unternehmen vertreten", warnt Armin Paasch, Handelsexperte von Misereor.
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Weitere Meldungen

Indonesien


Vielfalt, Chancen und Herausforderungen

In Indonesien, dem größten Inselstaat der Welt, leben etwa 230 Millionen Menschen. Kulturell ist das Land von einer reichen Vielfalt geprägt.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird Indonesien zu den Schwellenländern der Welt gezählt. Derzeit erlebt der südostasiatische Staat ein Wirtschaftswachstum von jährlich rund sechs Prozent. Doch nicht alle profitieren von dem Wachstum gleichermaßen. Im Gegenteil, die sozialen Disparitäten sind massiv. Laut der offiziellen nationalen Statistik leben 13 Prozent der IndonesierInnen in absoluter Armut. Dabei ist ein Armutsgefälle von West nach Ost und von Jakarta in die Peripherie festzustellen.

Politisch hat Indonesien unter dem Stichwort „Reformasi" mehr als eine Dekade der Demokratisierung zurückgelegt. Dabei wurden wichtige Reformprozesse, beispielsweise die Dezentralisierung von Entscheidungsbefugnissen von Jakarta in die Distrikte, eingeleitet.

Zentrale entwicklungspolitische Herausforderungen, mit denen Indonesien konfrontiert ist, beinhalten die angesprochene Armut, tief greifende Umweltzerstörungen in Teilen des Landes, Folgen des Klimawandels, vergangene unbearbeitete und aktuell verübte Menschenrechtsverletzungen, interethnische und interreligiöse Konflikte, mangelnde politische Teilhabe sowie Korruption und andere Führungsschwächen.

Die Zivilgesellschaft Indonesiens befindet sich in einem Prozess der Rollenfindung. Mit der Demokratie eröffneten sich ihr neue Spielräume und zugleich neue Herausforderungen sowie Notwendigkeiten zur Weiterentwicklung von Kapazitäten.

EED Programm in Indonesien

Indonesien gehört zu den Schwerpunktländern der Internationalen Zusammenarbeit des EED. Prioritäten im Länderprogramm Indonesien umfassen:

  • Ländliche Entwicklung: nachhaltige Landwirtschaft, ländliche Einkommensförderung, Ressourcen- und Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Zugang zu Basisdienstleistungen
  • Menschenrechte, Aufbau von Zivilgesellschaft, Frieden und Konflikttransformation, religiöser und kultureller Pluralismus
  • Basisgesundheitsversorgung und Gesundheitsprävention
  • Gendergerechtigkeit und Frauenförderung

Neben der finanziellen Förderung von indonesischen Nichtregierungsorganisationen vermittelt der EED Fachkräfte, vergibt Stipendien an indonesische Studierende und trägt entwicklungspolitische Anliegen an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Deutschland und international weiter.

Partner und Projekte

Zurzeit unterstützt der EED im Indonesienprogramm 30 Partnerorganisationen, darunter

  • Protestantische Kirchen, kirchliche und christliche Entwicklungsorganisationen, zum Beispiel MBM, PELKESI, YAK GBKP, YAKKUM, YAKOMA-PGI
  • Säkulare und islamische Nichtregierungsorganisationen, zum Beispiel ELSAM, IOA, LAKPESDAM NU, PETRASA, SHEEP Indonesia und SOLIDARITAS PEREMPUAN

Die Partnerorganisationen arbeiten in verschiedenen Landesteilen und teilweise landesweit. Regionale Schwerpunkte sind Nord-Sumatra, Süd-Sulawesi, Java, Papua, West-Kalimantan, Bali und Nusa Tenggara.

Das Spektrum derjenigen, an die sich die Programme der Partner richten und die von diesen profitieren, reicht von benachteiligten ländlichen und städtischen Bevölkerungsgruppen bis hin zu Entscheidungsträgerinnen und -träger auf nationaler und internationaler Ebene.

Der EED fördert vor allem integrierte Entwicklungsprogramme, die verschiedene Komponenten miteinander verbinden, so beispielsweise den Aufbau von Selbsthilfegruppen, Weiterbildung, fachliche Beratung, Kleinkreditprogramme, Lobby und Advocacy-Arbeit.

Innerhalb meist längerfristig angelegter Kooperationen werden Projekte von in der Regel drei Jahren gefördert, in denen spezifische Ziele definiert werden.

Stärkung von Zivilgesellschaft

Über die programmatische Zusammenarbeit hinaus ist dem EED im Sinne der Stärkung von Zivilgesellschaft an der kontinuierlichen institutionellen Weiterentwicklung seiner Partner gelegen. In diesem Kontext kooperiert der EED in Indonesien mit zwei lokalen Beratungsinstitutionen: InSuFa und HMC. Schwerpunkte von deren Angeboten an Partner sind die Begleitung von Prozessen der Kapazitätsbildung und Organisationsentwicklung, Förderung von Fachdialog unter Partnern und Qualifizierung im Bereich Finanzmanagement.

Finanzielle Zusammenarbeit

  • 2007: BMZ-Zuschüsse: 3.575.000 € (Länderprogramm plus Tsunami-Wiederaufbau), kirchliche Zuschüsse: 716.000 €, 13 Projekte
  • 2008: BMZ-Zuschüsse: 3.340.000 €, kirchliche Zuschüsse: 312.000 €, 10 Projekte
  • 2009: BMZ-Zuschüsse: 2.647.000 €, kirchliche Zuschüsse: 542.000 €, 13 Projekte
  • 2010: BMZ-Zuschüsse: 3.223.000 €, kirchliche Zuschüsse: 780.000 €, 11 Projekte

Personelle Zusammenarbeit

Aktuell kooperiert der EED in drei Projekten der Personellen Zusammenarbeit. Die Aufgaben der Fachkräfte sind fokussiert auf Organisationsberatung, Vermarktung ökologischer Landwirtschaft und Menschenrechtsarbeit.