Bangladesch
Gemeinwesen entwickeln - Frauenrechte stärken - für Landlose eintreten
Der EED arbeitet in Bangladesch mit neun Partnerorganisationen zusammen. Arbeits- und Förderschwerpunkte sind
- Gemeinwesenentwicklung und Aufbau von Basisorganisationen
- Landrechte
- Frauenrechte
- Rechte indigener Minderheiten
- Lobbyarbeit
Der Aufbau von Dorfgruppen und Basisorganisationen der Armen ist ein wichtiges Mittel zur Stärkung der Selbsthilfe. Ziel ist die Förderung der Selbstbestimmung (Empowerment).
Die Programme umfassen
- Kleingewerbeförderung und Schaffung von Einkommen
- informelle Bildungsarbeit
- Gesundheitsbildung und -vorsorge
- Ausbildung für Katastrophenvorsorge
- Rechtsberatung.
Landrechte
Der mangelnde Zugang zu Land ist eine zentrale Armutsursache. Zwar spricht das Gesetz der landlosen Bevölkerung Boden zu, der der Regierung gehört oder durch Erosion entsteht. Doch oft verhindern lokale, nationale oder internationale Wirtschaftsinteressen die gerechte Umverteilung. So wird das Land zum Beispiel für die lukrative Krabbenzucht verwendet.
Der EED arbeitet mit zwei Partnerorganisationen zusammen, die Landlose organisieren, Advocacyarbeit betreiben und Fortbildungen zu Landrechten anbieten.
Frauenrechte
Die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen hat in Bangladesch erheblich dazu beigetragen, die Würde von Frauen zu stärken und ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Insbesondere Frauenorganisationen haben dafür gesorgt, dass auf politischer Ebene Fraueninteressen eingebracht und Frauenrechte stärker zum Thema gemacht werden. Sie haben Fälle von sexueller Gewalt an die Öffentlichkeit gebracht, die Rechtssicherheit von Frauen erhöht und maßgeblich dazu beigetragen, dass Frauen mehr politische Mitsprache haben.
Der EED arbeitet mit zwei Organisationen zusammen, die sich für eine erhöhte Rechtssicherheit von Frauen in ländlichen Gebieten engagieren - und die gegen Fundamentalismus kämpfen.
Hier erfahren Sie mehr über die Organisation Bangladesh Nari Progati Sangha.
Rechte von indigenen Minderheiten
In Bangladesch leben verschiedene ethnische Minderheiten in großer Armut, insbesondere in den Grenzregionen zu Indien und in den wenigen Bergregionen des Landes.
Der EED fördert die Rechte der indigenen Bevölkerung vor allem im Südosten Bangladeschs, in den Chittagong Hill Tracts (CHT). Hier herrschte bis 1997 ein Bürgerkrieg, der durch ein Friedensabkommen beendet wurde. Seine Umsetzung geht jedoch äußerst langsam voran. Die Regierung unternimmt keine Schritte zur Lösung der Landkonflikte und zum Rückzug der Armee. Hierdurch ist der Frieden in der Region dauerhaft bedroht.
In den CHT und in der Region Dinajpur engagieren sich zwei Partnerorganisationen des EED. Sie arbeiten mit ethnischen Minderheiten zusammen. Mit Unterstützung des EED hat ein lokales Forschungsinstitut die Ursachen der Armut in den CHT untersucht. Die Ergebnisse hat es in einem Buch vorgestellt. Der EED unterstützt außerdem die Basisgesundheitsdienste im einzigen Referenz-Krankenhaus der Region.
Seit 1998 besteht ein enger Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern der indigenen Bevölkerung, dem EED und seinen Partnerorganisationen. Ziel ist, Entwicklungsperspektiven für die CHT zu entwerfen. Hierbei wurde deutlich, dass das Landrecht eine zentrale Bedeutung hat - und dass die indigenen Gruppen die Entwicklungsarbeit selbst verantworten und durchführen müssen. Deshalb ist es besonders wichtig, zivilgesellschaftliche Strukturen für lokale Nichtregierungsorganisationen zu schaffen.
Gemeinsam mit einer internationalen Indigenenorganisation förderten kirchliche Hilfswerke den Aufbau eines Netzwerks von indigenen NRO. Dieses Netzwerk ist ein wichtiger Ansprechpartner für den Staat und bilaterale bzw. multilaterale Geber geworden.
Lobbyarbeit
Der EED ist Mitglied im Bangladesch-Forum, einem Zusammenschluss von verschiedenen deutschen Hilfswerken und Menschenrechtsorganisationen. In ihrer Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit setzen sie sich für die Rechte der Armen in Bangladesch ein.
Hier finden Sie eine Stellungnahme des Bangladesch-Forums zur Situation im Land.
