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Aktuelles

WM in Südafrika: Mini-Weltcup in Kapstadts Township
(Kapstadt, 09.07.2010) Die EED-Fachkraft Dayana Dreke berichtet aus Kapstadt von einem Mini-Weltcup für Kinder aus Townships, toller WM-Stimmung und den Schattenseiten des Turniers.
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Interview: Glaubensgemeinschaften in Südafrika tragende Säule im Kampf gegen HIV/Aids
(Bonn, 29.06.2010) Renier Koegelenberg erzählt im Interview, wie die Hilfe des Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria in Südafrika ankommt. Er ist Geschäftsführer der EED-Partnerorganisation Ecumenical Foundation of Southern Africa (EFSA).
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Kleider mit einer Geschichte
(Bonn, 15.06.2010) Esperance Koutodjor von der EED-Partnerorganisation CERAD aus Togo hat am 9. Juni 2010 Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit von 17 afrikanischen Staaten vor 50 Jahren die Kleider und Stoffe des Projektes „Fashion for Development“ bei einer Modeschau im Auswärtigen Amt präsentiert. Die Designerin Anna Getaneh verarbeitet die Stoffe in ihrem Label "African Mosaique". Jetzt kann man die Kreationen in den Galerie Lafayette Berlin kaufen. Das international erfolgreiche Projekt verbindet Künstler aus Togo, Ghana und Benin.
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Ein Zufluchtsort im Gangsterparadies
(Johannesburg, 11.06.2010) Mit geballter Faust kniet der Jugendliche über dem am Boden liegenden Mädchen. In Erwartung des Schlages hält sie verzweifelt die Hände vors Gesicht. Doch diesmal passiert nichts: Es ist nur Theater. Die vom EED unterstützte Evangelische Friedenskirche hilft Menschen im Johannesburger Problemviertel Hillbrow.
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Lobbyarbeit von EED-Partner zu biologischer Vielfalt in Simbabwe erfolgreich
(Bonn, 01.06.2010) Die EED-Partnerorganisation „Community Technology Development Trust” in Simbabwe konnte die dortige Gesetzgebung zugunsten lokaler Gemeinschaften beeinflussen. Die Regierung übernahm Vorschläge zur Formulierung von Gesetzen, in denen geregelt ist, dass lokale Gemeinschaften Rechte über ihre genetischen Ressourcen haben und von deren Nutzung profitieren müssen.
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Weitere Meldungen

Neue Lebensader für Dega Gora


(25.02.2008) Die Bundestagsabgeordneten Sybille Pfeiffer, Hartwig Fischer (beide CDU) und Christel Riemann-Hanewinkel (SPD) haben auf Einladung des Evangelischen Entwicklungsdienstes den Agri Service Ethiopia in Dega Gora besucht. Das Projekt, 40 Kilometer nördlich von Addis Abeba, stellt die medizinische Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung sicher.
Gesundheitsstation in Dega Gora
Bild vergrößern Gesundheitsstation in Dega Gora.
Acht Monate hat es gedauert, bis die Straße ins Tal nach Dega Gora gebaut war. Davor waren knapp 3000 Menschen in einem eigentlich fruchtbaren Flusstal etwa 40 Kilometer von Addis Abeba entfernt, überhaupt nicht erreichbar. Der Weg ist steinig und sehr steil. Aber für die Menschen hier ist diese Straße eine neue Lebensader.

Jetzt steht die Delegation, die von EED-Vorstand Claudia Warning geleitet wird, mit den drei Bundestagsabgeordneten vor einem gemauerten Haus, das beinahe fertig ist. Das ist die neue Gesundheitsstation. Bisher gab es in diesem Tal keine medizinische Grundversorgung. Aber in wenigen Wochen werden schwangere Frauen hier mit Hilfe einer Hebamme entbinden können – auch wenn sie weiter hoffen müssen, dass es keine Komplikationen gibt. Denn dafür sind die Standard-Gesundheitsstationen in Äthiopien nicht eingerichtet. Ein Kaiserschnitt ist nur in der Hauptstadt möglich. Und trotz der neuen Straße ist diese von dem abgelegenen Tal aus nicht einfach zu erreichen. Aber zumindest Krankheiten wie Durchfälle oder Verletzungen können hier geheilt werden. Außerdem bekommen die Menschen Informationen darüber, wie sie sich vor dem HI-Virus und Aids schützen können und zur Familienplanung. Zudem können sie erfahren, was alles dagegen spricht, ihre Töchter beschneiden zu lassen. In Äthiopien sind noch immer 80 Prozent der Frauen beschnitten – ein Grund für Komplikationen bei einer Geburt.

Trotzdem ein Fortschritt, findet die stellvertretende Sprecherin der kommunalen Selbstvertretung des Dorfes. Außerdem könnten ihre Kinder jetzt zur Schule gehen. Und seit der Agri-Service Ethiopia, die Partnerorganisation des EED, den Menschen gezeigt hat, dass sie in ihren Gärten Gemüse anbauen können, hat sich auch die Ernährungslage etwas verbessert. Aber in diesem Projekt ist noch viel zu tun. Die umliegenden Berge sind ein Musterbeispiel für die Erosion, die einsetzt, wenn die Wälder abgeholzt werden. Auf der anderen Seite des Tals ist der Wald mit Eukalyptus wieder aufgeforstet worden, der viel Wasser und Nährstoffe aus dem Boden zieht, diesen dabei versauert, und neben sich keine anderen Bäume groß werden lässt.

Die Abgeordneten Christel Riemann-Hanewinkel (SPD) und Hartwig Fischer (CDU) im Gespräch mit äthiopischer Partnerin | © Dagmar Dehmer
Bild vergrößern Die Abgeordneten Riemann-Hanewinkel (SPD) und Hartwig Fischer (CDU) im Gespräch mit äthiopischer Partnerin.
Hier erleben die deutschen Bundestagsabgeordneten live nahezu sämtliche Probleme, die den Nichtregierungsorganisationen begegnen, wenn sie versuchen, die Armut zu bekämpfen und die ländliche Entwicklung zu fördern. Sie können es auch daran sehen, dass die Agri-Service-Leute jede politische Aussage unterlassen. „Politik machen wir nicht“, sagt einer. Der Leiter des Programms in der Berek-Aleltu-Region, Getachew Worku bedauert nur an einer Stelle, dass es nach wie vor keine gesetzliche Grundlage für die Arbeit von Nicht-Regierungsorganisationen gibt. Die Entwicklungspolitikerin Sybille Pfeiffer (CDU) sagt am Abend in Addis Abeba: „Wir haben gesehen, dass die Steuern unserer Wähler hier gut angelegt sind.“ Zuvor hatte sie gemeinsam mit der Delegation auch noch eine Ausbildungsstätte für Maurer gesehen.

Jugendliche Reiter begrüßen die Delegation als Gäste | © Dagmar Dehmer
Bild vergrößern Jugendliche Reiter begrüßen die Delegation als Gäste.
Pfeiffer, Christel Riemann-Hanewinkel (SPD) und Hartwig Fischer (CDU) haben den Ausflug auf eine Höhe von rund 3000 Metern in der Sonne von Anfang bis zum Ende interessiert verfolgt. Immer wieder fragen sie nach: „Wie viele Kinder gehen hier nicht zur Schule?“ Oder: „Wie viele Kinder werden hier wie viele Stunden unterrichtet?“ Die Gastgeber beantworten die Fragen so gut sie können. Aber das Beste sind die Kontakte mit Dorfbewohnern und natürlich den Kindern. In der Schule haben einige Männer lange gewartet, um die Delegation zunächst auf geschmückten Pferden zu empfangen. Dann fangen die Kinder an zu singen und zu tanzen. Hartwig Fischer, über den eine der Kolleginnen sagt: „Der hat immer gute Laune.“, beweist diese Aussage vor der Schule. Er tanzt und klatscht mit den Kindern.

Am Abend bleibt kaum Zeit, sich den Staub des Tages abzuwaschen, bevor es zur deutschsprachigen evangelischen Gemeinde geht. Die feiert an diesem Sonntag ihr achtzigjähriges Bestehen.

Dagmar Dehmer