Besorgnis über Aufflammen der Gewalt in Nigeria
(Bonn, 19.01.2010) Nach dem Ausbruch gewalttätiger Unruhen zwischen Christen und Muslimen in der zentralnigerianischen Stadt Jos haben die Behörden am Montag eine 24-stündige Ausgangssperre verhängt. Bei den Ausschreitungen sollen unbestätigten Berichten zufolge seit Sonntag 60 Menschen ums Leben gekommen sein. Augenzeugen berichten, Moscheen, Kirchen und Häuser seien in Brand gesteckt worden. Der Auslöser der Unruhen war zunächst unklar.
Die Stadt Jos, die zwischen dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Norden und dem christlichen Süden Nigerias liegt, ist bereits öfter von blutigen Unruhen erschüttert worden. Zuletzt kamen dort 2008 mehr als 200 Menschen ums Leben. Bei den bislang schwersten Unruhen 2001 gab es mehr als 1.000 Opfer.Soldaten und Polizisten durchkämmten am Dienstag die Stadt, um mögliche Rädelsführer zu finden. In Jos sind sowohl radikale Christen als auch Muslime aktiv. Weitere Gründe für die immer wieder aufflammende Gewalt sind die weit verbreitete Armut sowie Landknappheit.
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